Schmierstoff-ABC
Anwendungstechnik und Tips
Mischbarkeit von Motorenölen
Generell gilt, dass Motorenöle untereinander mischbar sein müssen, unabhängig davon, ob es sich um synthetische oder mineralische Produkte handelt. Diese Forderung wird auch von den Automobilfirmen erhoben. Vermischungen von Motorenölen verschiedener Marken oder Zusammensetzungen sollten allerdings nur dann vorgenommen werden, wenn der Nachfüllbedarf nicht anders gedeckt werden kann.
So ist es nicht empfehlenswert, synthetische bzw. teilsynthetische Motorenöle mit mineralischen Motorenölen zu mischen, da hierdurch der höhere Qualitätsstandard der synthetischen Öle herabgesetzt wird. Die sich einstellende Qualität ist nur so gut, wie das schwächste Glied in der Kette.
Ölverbrauch
1. Mechanische Ursachen (Motorkonstruktion)
Kolbenringdesign: Kolbenringspiel => Ringstoßspiel, Ringnutenspiel, Ringspannung
Ventilschaftspiel, Schaftdichtungen
Kurbelgehäuseentlüftung
Einlaufzustand des Motors: Einlauf noch nicht abgeschlossen (Kolbenringe noch nicht eingelappt)
Leckagen
Defektes Kühlsystem (zu hohe Betriebstemperaturen)
Betriebsbedingungen
2. Physikalisch-/Chemische Ursachen (Motorenölformulierung)
Hohe Verdampfungsneigung des Öles bei hohen Temperaturen
Kraftstoffverdünnung => Abfall der Viskosität (Schlupf- und Verdampfungsverluste)
Hohe Schaumneigung
Starke Oxidation
Ölfüllmenge zu hoch (Panscharbeit)
Abfall der Viskosität durch mechanische Beanspruchung (Viskositätsverlust durch Abscheren)
Öldruckabfall
1. Konstruktive bzw. mechanische Ursachen
Kapazität- oder Funktionsstörung der Ölpumpe
Fortgeschrittener Motorenverschleiß (Lagerspiel)
Dimensionierung der Ölversorgungskanäle
Zu niedrige Leerlaufdrehzahlen
Positionierung, Funktion und Genauigkeit der Öldruckgeber
Zu hohe Panscharbeit im Motor z.B. Konstruktion der Ölwanne
Defektes Kühlsystem (zu hohe Betriebstemperaturen)
2. Motorenöl und äußere Einwirkungen
Zu starke Scherung des Öles (Viskositätsabfall)
Zu hohe Kraftstoffverdünnungen
Hohe Wasseranteile im Öl => Dampfblasenbildung und Schaum
Hohe Schaumbildung - hohe Lufteinschlüsse
Überfüllung des Öls
Überhitzung des Motorenöles, z.B. defektes Kühlsystem
Schaumbildung
Eine Überfüllung der Motoren führt zu starker mechanischer Beanspruchung der Öle => Lufteinschlüsse
Zuviel Wasser im Öl (Dampfblasenbildung bei hohen Temperaturen)
Öl mit schlechtem Luftausscheidevermögen
Starke Verschmutzung des Öles
Hohe Verdünnung des Öls durch Kraftstoff
Zu starke Schaumentwicklung im Öl führen zu erhöhtem Verschleiß und als Folge zu Überhitzungen. Die Ölversorgung kann zusammenbrechen, wenn die Ölpumpe "trocken läuft". Speziell Hydrostößel reagieren empfindlich auf starke Schaumbildung.
Lufteinschlüsse in den Versorgungskanälen können zu Funktionsstörungen führen und den Druckausgleich gefährden (Geräuschbildung). Luftblasen im Öl können auch zu Materialschäden, führen z.B. an Pleuellagern führen. Ein Aspekt ist die sogenannte Kavitation (Luftblasen implodieren unter hohem Druck und führen zu schwerwiegenden Materialschäden).
Umölung von Mineralöl auf „Synthese“
Aspekte bei Motoren mit hohen Laufleistungen: Motoren höherer Laufleistungen (60.000 -100.000 km oder mehr), die mit einem Mineralöl betrieben wurden, können im Laufe der Zeit Ölkohleablagerungen gebildet haben ( z.B. Bereich Kolbenringe oder Ventilführungen) bzw. stark verschmutzt sein, da Mineralöle thermisch nicht so stabil sind wie Syntheseöle.
Durch die reinigende bzw. spülende Wirkung einiger synthetischer Motorenöle werden Verkorkungen oder Ablagerungen mit der Zeit beseitigt. Da dieser Reinigungsprozess nicht an allen Stellen im Motor gleichzeitig und gleichmäßig erfolgt, wie z.B. im Kolbenringbereich, kann in der Übergangsphase ein leicht erhöhter Ölverbrauch eintreten, der sich wieder normalisiert, wenn alle Ringe "freigespült" bzw. freigängig sind.
Bei starker Verschmutzung empfiehlt es sich, den Motor mit speziellen Motorreinigern zu reinigen. Die Gefahr, dass Ablagerungen großflächig abgetragen und Ölzuführungen verstopft werden, besteht nicht.
Lagerung von Motorenölen
Jeder Schmierstoff sollte nach Möglichkeit in geschlossenen, trockenen Räumen und bei konstanter Raumtemperatur gelagert werden. Bei unsachgemäßer Lagerung (starke Temperaturschwankungen, hohe Luftfeuchtigkeit) kommt es durch "Atmung der Gebinde" zur Aufnahme von Feuchtigkeit. Jedes Gebinde ist zwar "flüssigkeitsdicht", jedoch nicht "gasdicht".
Wasser kann zu einer Eintrübung und nicht zuletzt zu Ausfällungen im Produkt führen. Darüber hinaus sollten Produkte vorzugsweise frostfrei gelagert werden. Öle in Kunststoffgebinden können bei lang anhaltender direkter Sonnenbestrahlung (UV-Licht) altern.

